Folge 761 XL

Mit dem Zug durch Java

Stand

Von Autor/in Alexander Schweitzer

Bahnabenteuer Südostasien – wir entdecken Indonesiens Hauptinsel Java mit der Eisenbahn. Die Reise beginnt in der Hauptstadt Jakarta, die während der holländischen Kolonialzeit Batavia hieß.

Der Entdecker James Cook war 1771 auch schon da und notierte in sein Logbuch: "Batavia ist sicher kein Fleck, den zu besuchen Europäer sich drängen sollten." Auch heute ist der Großstadt-Moloch Jakarta alles andere als schön. Wir brechen also gleich auf und beginnen unsere Bahnfahrt in den Osten Javas im Argo-Parahyangan. Er gehört der Executive-Class an, der indonesischen Luxusklasse – mit an Bord, ein eigener Masseur. Ausgedehnte Reisefelder säumen die Strecke und wir entdecken "Wayang Golek", eine besondere Art des indonesischen Puppentheaters.

Reisefelder bestimmen das Bild von Java und eine Entdeckungsreise mit der Bahn ist wirklich zu empfehlen.
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In Yogyakarta erleben wir die Unabhängigkeitsfeierlichkeiten mit. 1945 begann der Freiheitskampf. Yogyakarta hatte damals eine große Bedeutung. Der spätere Präsident Sukarno hatte hier seine provisorische Hauptstadt. Einer der Höhepunkte der Feierlichkeiten ist "Panjat Pinang", das Klettern auf Palmen. Junge Männer steigen auf 11,5 Meter hohe Palmenstämme, die mit feinstem Motorenöl eingerieben sind. Sie steigen dabei auf einander, um oben an Päckchen heranzukommen. Ein recht schmieriges Schauspiel. In der Nähe von Yogyakarta besuchen wir auch das berühmte Ramayana-Ballett. Es wird hier seit 1961 als großes Tanzdrama im Prambanan-Tempel aufgeführt.

Eisenbahn heißt auf Indonesisch übrigens "Kereta api", Feuerwagen, doch davon gibt es nicht mehr viele. Wir haben noch eine Dampflokomotive auf der Waldbahn von Cepu entdeckt. Die Holländer hatten sie einst zum Teakholzabbau benutzt. Auch bei der Zuckermühle Olean fahren noch ab und zu Dampfloks. Sie werden für den Zuckerrohrtransport benötigt. Wir lernen außerdem Jamu kennen, eine traditionelle asiatische Naturheilrezeptur.

Im Osten Javas steigen wir um in sogenannte "Ekonomi-Züge". Sie entsprechen in etwa der dritten Klasse. Die Züge sind langsamer und halten häufiger. Innen sind sie nicht ganz so vornehm, aber hier lernt man das richtige Leben besser kennen. In Kertosono steigen Musiker zu, sie verdienen ihr Geld während der Fahrt. Vorbei an Tempeln und Kakaoplantagen erreichen wir schließlich Banyuwangi, den östlichsten Bahnhof Javas. Hier ist die Nachbarinsel Bali nur noch einen Steinwurf entfernt und hier endet unsere Reise durch das faszinierende, unbekannte Java. 

(ESD: arte 30.03.2011)

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