Die Gäste bei Michael Steinbrecher:
Als Laura Karasek ihr erstes Buch schrieb, war ihr Vater, der berühmte Literaturkritiker Hellmuth Karasek, ihr größter Fan. Sein Tod 2015 hat die 38-Jährige schwer getroffen und hatte etwas Schicksalhaftes für sie. Denn kurz zuvor wurden ihre Zwillinge geboren. Ihr Band ist auch heute noch stark, obwohl sie längst aus seinem Schatten getreten ist: „Ich bin ihm sehr ähnlich. Ehrgeiz, der Hunger aufs Leben. Auch das Exzentrische. Das sehe ich auch in meinen Zwillingen.“
Für Sebastian Lock begann 2018 die wohl schwerste Zeit seines Lebens, denn eine Krebsdiagnose versetzte ihn in einen Ausnahmezustand. Chemotherapie, Bestrahlung, Nebenwirkungen und Einschränkungen bestimmten fortan seinen Alltag. Doch die Liebe und die Unterstützung seiner Familie und seiner Partnerin, sagt der 33-Jährige, trugen ihn durch diese Zeit: „Schwierige Zeiten, die man zusammen durchsteht, die schweißen zusammen.“
Karola Pagel-Neuholz
Lange konnte sich Karola Pagel-Neuholz die Gefühlskälte und Ablehnung ihrer Mutter nicht erklären. Selbst als sie vom Stiefvater missbraucht wurde, stand ihr die Mutter nicht bei. Erst mit 43 erfuhr sie: Ihre Mutter war selbst Opfer einer Vergewaltigung – aus der Karola entstanden ist. Doch anstatt Mutter und Tochter in diesem tragischen Schicksal zu vereinen, hat es sie entzweit: „Unser Leben hätte so anders verlaufen können, wenn ich gewusst hätte, warum sie so zu mir war.“
Rainer Bracht
Rainer Bracht war 2003 auf einer Motorradtour in der Sahara, als er von Entführern verschleppt und 177 Tage gefangen gehalten wurde. Eine zusammengewürfelte Schicksalsgemeinschaft, die nur ein Ziel kannte: Überleben. „Wenn Sie 15 unterschiedliche Leute auf der Straße einfangen und sperren die zusammen auf engstem Raum ein, da gibt es natürlich auch Differenzen.“ So der 62-Jährige. Doch zwischen den Fremden entstanden Freundschaften fürs Leben.
Silke Pan war Artistin und trat zusammen mit ihrem Mann als Trapez-Künstlerin auf. Doch bei einer Übung konnte er sie nicht rechtzeitig auffangen, sie stürzte schwer und ist seither querschnittsgelähmt. Schwere Zeiten für das Paar, doch ihre Liebe überstand diese Härteprüfung: „Das hat uns zusammengeschweißt. Nach dem Unfall haben wir geheiratet, um uns zu sagen, dass uns nichts mehr auseinanderbringen kann.“ So die Kämpfernatur. Für die
Angelika Kallwass
Psychotherapeutin Angelika Kallwass steht fest, dass Schicksale verbinden können, weil ein blindes Verständnis vorausgesetzt werden kann: „Ein gemeinsames Schicksal kann trösten und eine gute Basis sein.“ Und sie weiß, dass es beruhigend sein kann, Ereignissen durch den Schicksalsbegriff einen höheren Sinn zuzuweisen.
Literatur zur Sendung:
Laura Karasek
Angelika Kallwass
Rainer Bracht