Mit dem Klimawandel müssen wir uns häufiger auf Extremwetter einstellen. Ein neuer Ratgeber der Stiftung Warentest zeigt, wie man sein Haus an den Klimawandel anpassen kann.
Faktor 1: Hitze
Schweißtreibende Temperaturen im Sommer – damit müssen wir in Zukunft öfter rechnen. Nicht nur in den Hitze-Hotspots an Neckar und Rhein, sondern zum Beispiel auch in Mittelgebirgen wie dem Schwarzwald oder dem Westerwald.
Umso wichtiger ist es, das eigene Haus vor Hitze zu schützen, erklärt Architekturjournalistin Eva Bodenmüller in ihrem Ratgeber „Klimasicher bauen und sanieren“. Einige Tipps aus dem Ratgeber haben wir zusammengestellt. Wichtig sei etwa eine außen liegende Verschattung, zum Beispiel durch Rollläden und Markisen.
Pflanzen helfen bei der Abkühlung
Es könne aber auch schon helfen, am Haus schattenspendende Bäume zu pflanzen, so Bodenmüller. Die Verdunstung der Pflanzen sorge für eine natürliche Kühlung der Umgebung.
Der gleiche Effekt lässt sich auch mit einer begrünten Fassade erreichen. Die Kletterpflanzen halten einerseits die direkte Sonneneinstrahlung von der Außenwand fern und sorgen andererseits durch die Verdunstung für Abkühlung. Wenn die Fassade intakt ist und keine Risse hat, wird sie auch nicht von den Pflanzen beschädigt.
Grüne Dächer und Solaranlagen – eine gute Kombination
Auch das Dach zu begrünen, kann eine gute Idee sein – das muss sich nicht mit einer Solaranlage beißen, im Gegenteil. Die natürliche Verdunstung kann die Photovoltaikmodule kühlen – so können sie besonders effizient Strom liefern.
Gerade bei Flachdach-Aufbauten sei es außerdem so, dass die Begrünung teilweise dabei hilft, die Solaranlage festzuhalten, sagt Eva Bodenmüller. Die Pflanzen bieten also zusätzlichen Schutz, etwa bei starkem Wind.
Die richtige Dämmung
Gleichzeitig wirke eine Dachbegrünung als weitere Dämmung nach unten. Beim Dämmen allgemein komme es auf das richtige Material an. Von Styropor rät Eva Bodenmüller ab.
Es sei daher besser, zum Beispiel mit Mineralwolle zu dämmen oder mit Holz, mit Schafwolle, auch mit Stroh oder Seegras. Diese natürlichen Produkte helfen gegen Hitze viel besser. Allerdings sind diese Materialien oft teurer.
Wärmepumpe als Klimaanlage
Mit modernen Wärmepumpen lässt sich das Haus außerdem im Sommer auch kühlen. Die gängigen Luftwärmepumpen brauchen dafür aber recht viel Strom.
Anders sieht es bei Erd- und Grundwasserwärmepumpen aus. Sie können passiv kühlen und die Wärme aus den Räumen in den kühleren Untergrund abführen. Beim Heizungstausch sicher eine Überlegung wert. Solche Wärmepumpen sind jedoch in der Regel deutlich teurer und aufwendiger im Einbau als die weiter verbreiteten Luftwärmepumpen.
Faktor 2: Starkregen
Mit dem Klimawandel steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass es zu extremen Regenfällen kommt. Die Buchautorin empfiehlt, das Wasser möglichst weiträumig vom Keller fernzuhalten. Je weniger Fläche um das Haus versiegelt sei, desto besser könne Regen versickern.
Auch ein begrüntes Dach kann Wasser auffangen und so bei starken Regenfällen als Puffer dienen – wenn die Statik das erlaubt. Der Keller sollte möglichst dicht sein. Eine Rückstauklappe im Keller verhindert, dass Wasser aus einer überlasteten Kanalisation über die Abwasserrohre zurück ins Haus drängt.
Der Regen lässt sich außerdem nutzen: Wasser lässt sich auch in Regentonnen oder unterirdischen Zisternen speichern und im Garten nutzen. Denn auch die nächste Trockenperiode kommt bestimmt.