Mehr als ein Drittel unseres Hausmülls ist Abfall aus Küche und Garten – und somit Müll für die Biotonne. In entsprechenden Anlagen wird der Inhalt aus der braunen Tonne weiterverarbeitet.
Das Ziel: Die Herstellung von Biogas und Kompost. Aber nur wenn der Biomüll richtig getrennt wird, können die wertvollen Rohstoffe darin wieder genutzt werden.
In Kaiserslautern wurde der Biomüll untersucht. Eine Sortieranalyse hat hier ergeben, dass ein Anteil von etwa zehn Prozent der jährlich angelieferten 10.000 Tonnen Biomüll aus Fremdmaterial besteht. Und das kostet die Stadt Kaiserslautern viel Geld. Denn: In den Verwertunsganlagen kann mit Fremdmaterial zersetzter Biomüll abgewiesen werden.
Falsch getrennter Biomüll: schädlich und teuer
Muss eine ganze LKW-Ladung Biomüll umgeladen werden und als Restmüll entsorgt werden, kostet das viel Geld, die Restabfallentsorgung ist deutlich teurer. Kosten, die sich – nicht nur in Kaiserslautern – auf die Gebührenkalkulation auswirken und somit auf alle Bürgerinnen und Bürger einer Kommune.
Trotz modernster Technik lassen sich viele Fremdpartikel wie Plastik in der Biomüllverarbeitung nicht aussortieren. Sie verbleiben im Kompost und landen so auf den Feldern und in der Natur. Über die landwitschaftlichen Produkte gelangt der Kunststoff dann auf den Teller. Daher sollte er, egal ob als kompostierbar ausgewiesen oder nicht, nicht in der Biotonne entsorgt werden.
Was nicht in Biotonne, Altpapier, Glascontainer oder im gelben Sack entsorgt wird, kommt in den Restmüll oder kann auf den lokalen Wertstoffhöfen abgegeben werden. Im Zweifel gibt die lokale Abfallberatung, die Verbraucherzentrale oder das Bundesumweltministerium Auskunft.
Auch kompostierbares Plastik darf nicht in den Biomüll
Egal ob als kompostierbar, als biologisch abbaubar oder als aus nachwachsenden Rohstoffen ausgewiesen – die im Handel angebotenen Verwertungstüten gehören nicht in die Biotonne. Das Versprechen der Händler mag umweltfreundlich klingen, die Materialien sind in der industriellen Weiterverwertung aber nicht nutzbar. In den Kompostieranlagen hat der Biomüll nicht mehr als vier Wochen Zeit, um sich zu zersetzen. Kompostierbares Plastik braucht aber deutlich länger.
Der Begriff "kompostierbar" suggeriert zudem, dass das Material sich von allein in kurzer Zeit auflöst. Das sieht in der Realität anders aus: Meist zersetzt es sich nur unter genau definierten Laborbedingungen mit einer durchgängigen Temperatur von 60 Grad. Daher sollte auch solches Plastik nicht auf Wiesen oder in Wäldern landen.
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